Beach Boys aus Westerwiehe triumphieren in Atteln

Bühnenbilder aus zig Einzelteilen, Hebefiguren bis an die Hallendecke und Kostüme, die verzaubern – beim diesjährigen Männerballettwettbewerb in Atteln hatte das Publikum wieder Einiges zu bestaunen und bejubeln. In der ausverkauften Altenauhalle haben die Karnevalsfreunde des Union Sportclubs Altenautal zum 23. Mal Männertanzgruppen aus nah und fern empfangen. Die Beach Boys aus Westerwiehe haben bei ihrem Auftritt italienische Sehnsucht versprüht und konnten sich so gegen 14 andere Teams durchsetzen. Mit Pizza, Pasta und Amore tanzten sie sich in die Herzen der Jury und sicherten sich den begehrten Wanderpokal. 

 

Am Ende entschieden nur vier Punkte über den Sieg. Auf Platz zwei landeten die United Dance Devils aus Holsen, die das Publikum mit einem über drei Meter hohen Bühnenbild und detailreichen Kostümen in Neptuns Unterwasserwelt entführten. Vervollständigt wurde das Treppchen von den Sälzer Jungs. Mit ihrem Tanz sind sie aus dem Land der Träume erwacht. Schlafmützen, die sich in Glitzerkostüme verwandelten, bescherten dem Männerballett aus Salzkotten einen traumhaften dritten Platz.

 

Das einzige Team aus Niedersachsen, die Hot Puddings Glandorf, präsentierten ihre moderne Interpretation von Titanic und kassierten damit nicht nur Lacher und Applaus, sondern auch einiges an Punkten. Am Ende reichte es für Platz vier – dicht gefolgt vom Männerballett der Spielschar Lichtenau, das auf der Bühne im wahrsten Sinne des Wortes eine Achterbahn der Gefühle durchlebt hat. Tänzerisch stellten sie Wut, Trauer aber auch ganz viel Freude dar – schließlich gab’s ein Happy End mit Heiratsantrag.

 

Eine Zeitreise wagten die Dancing Tigers aus Scharmede: Erst ging es zurück in die Zukunft mit Marty McFly und Doc Brown, bevor sie im Mittelalter mit Ritter und Burgfräulein landeten. Auf dem Weg in die Gegenwart ertanzten sie zahlreiche Punkte, sodass es schließlich für Platz sechs reichte. Die Pattjackels aus Schöning erkundeten währenddessen den fernen Osten. Mit ihrem tänzerischen Können bezirzten sie nicht nur den chinesischen Drachen, sondern auch die Jury – Platz sieben.

 

Die Traumtänzer aus Westenholz vertanzten die Geschichte von Schneewittchen und den sieben Zwergen. Auch ein echter Kuss durfte dabei nicht fehlen, um Schneewittchen wieder zum Tanzen zu erwecken. Dafür gab es den achten Platz. Als Piraten eroberten die Ohrwürmer aus Wewelsburg nicht nur die Attelner Bühne, sondern auch Captain Jack Sparrow mit seiner Black Pearl. In ihrer Schatztruhe landete außerdem der neunte Platz.

 

Märchenhaft wurde es bei den Weweraner Spitzbuben: Der grüne Oger Shrek kämpfte gegen Drachen und andere magische Wesen um seine Prinzessin. Mit Erfolg – die Tanzdarbietung landete auf Platz zehn. Dass man auch im Alter noch das Tanzbein schwingen kann, bewiesen die Trallafittis aus Ostenland. Mit ihrer Geburtstagsparty im Altersheim belegten die Tänzer Platz elf.

 

Roy Bianco und die Männerballett Boys der Eintracht Delbrück entführten das Publikum nach Bella Italia. Mit Vespas aus Tretrollern und Pyramidenfiguren bis an die Decke der Schützenhalle schafften sie es auf Platz zwölf. Zum ersten Mal in Atteln dabei waren „Die Taktlosen“ von der Heimatbühne Paderborn. Als Müllmänner sorgten sie nicht nur für eine saubere Bühne, sondern auch für Platz 13.

 

Premiere feierten auch die Tänzer der Volkstanzgruppe „Vorwärts“ aus Oberntudorf. Bei ihrem ersten Auftritt in Atteln sind sie in andere Sphären aufgestiegen. Die Astronauten schossen mit ihrer Rakete auf Platz 14. Diesen teilen sie sich mit dem Männerballett des FCC Fürstenberg, das sich als Cowboy und Indianer ein packendes Bühnenduell lieferte.

 

Apropos Premiere: Zum ersten Mal bewertete eine reine Frauenjury die Tanzgruppen. Ute Dülfer, Marion Backhaus, Patricia Pietsch-Meyer, Lea Wirtz, Julia Kleinekemper, Anja Bräutigam, Catharina Schoenmakers und Anna-Lisa Alteköster vergaben in den üblichen Kategorien – Tanz, Musik, Kostüm und Gesamteindruck – jeweils bis zu zehn Punkte. Ein weiteres Novum gab die Teilnehmerliste her: Der Titelverteidiger aus Rietberg hatte sich in diesem Jahr nicht für den Männerballettwettbewerb in Atteln angemeldet. So landete ausnahmsweise auch die unbeliebte Startnummer eins im Lostopf – ganz zum Leidwesen der Spielschar Lichtenau.

 

Mit einer großen Party endete so die Karnevalssession 2026 im Altenautal. „Wir freuen uns über so viele gelungene, bunte Veranstaltungen und können es jetzt schon kaum abwarten, die nächste Session zu planen“, resümiert Constantin Homann von den Karnevalsfreunden des USC Altenautal.